Grußworte
Liebe Besucherinnen und Besucher
der Kölner Theaternacht,
»Die Bühne scheint mir der Treffpunkt von Kunst und
Leben zu sein« – das sagte schon Oscar Wilde, und
nirgendwo scheint mir diese Aussage passender zu sein
als im Zusammenhang mit der Kölner Theaternacht.
Bereits zum 9. Mal öffnen in diesem Jahr die verschiedensten
gewohnten wie auch eher ungewöhnlichen
Spielstätten unserer Stadt ihre Pforten und laden zu
zahlreichen attraktiven Darbietungen ein. Mit Inszenierungen
von Klassikern über Erstaufführungen bis hin
zu Kabarett und Tanz ist hierbei für jeden Geschmack
etwas zu finden. Und für die gesamte Öffentlichkeit –
vom überzeugten Kulturliebhaber bis hin zum Theaterneuling – bietet die Kölner Theaternacht das passende
Programm.
Köln hat eine wunderbare Theaterszene, deren Vielfalt
für mich nicht nur, aber besonders in dieser Nacht
immer wieder eindrucksvoll deutlich wird. Und ich danke
der Kölner Theaterkonferenz, in der sich Privattheater,
freie Gruppen und die Städtischen Bühnen zusammen -
geschlossen haben, auch in diesem Jahr wieder für den tollen Einsatz zum Wohle der Kultur
in unserer Stadt. Seit fast 30 Jahren arbeitet die Theaterkonferenz mit viel Know-How und
Engagement für eine starke und bunte Theaterlandschaft in unserer Stadt und beschert uns
mit der Kölner Theaternacht ein großartige Theaterereignis im Kölner Kulturkalender.
Ich danke auch den Sponsoren, die zum Gelingen dieser faszinierenden Verabredung von »Kunst und Leben« in Köln beitragen, ganz herzlich. Gerade in unserer wirtschaftlich
unruhigen Zeit, kann dieser Beitrag nicht hoch genug geschätzt werden.
Allen Beteiligten und Nachtschwärmern wünsche ich spannende, unterhaltsame, aufwühlende,
erheiternde, begeisternde und erlebnisreiche Stunden und vor allem viel Spaß!
Herzlichst Ihr
Fritz Schramma
Oberbürgermeister der Stadt Köln
Liebe Theaterbegeisterte,
Sein oder Nichtsein – ich bin vermutlich nicht der einzige
in der Geschichte der Menschheit, der sich diese
Frage gestellt hat. – Ob’s edler im Gemüt, die Pfeil
und Schleudern des wütenden Geschicks zu dulden,
oder sich wappnend gegen eine See von Plagen durch
Widerstand sie enden?
Gerade in Zeiten in denen die staatlichen Rettungsschirme
an allen Ecken und Enden aufgespannt werden,
um die Plünderer und Hasardeure vor dem Dauerregen
der selbst verschuldeten Wirtschaftskatastrophe zu
schützen, ist es mir eine ganz besondere Ehre, an der
Sonnen-Schirmherrschaft über die lange Nacht des
Theaters beteiligt zu sein. Wenn ich schon sonst nichts
halten kann, dann halte ich wenigstens den Schirm über eine Nacht, die zu den klarsten und hellsten gehört,
die diese Welt an Nächten zu bieten hat.
Ich erinnere mich gut: Im September 2001, gut drei
Wochen nachdem in New York die Zwillingstürme
einstürzten, veranstaltete die Kölner Theaterkonferenz
inmitten der politischen und kulturellen Schockstarre
die erste lange Nacht des Theaters, die seitdem jedes Jahr zu sehen ist.
Die Kraft des Lebens gegen die Ohnmacht angesichts des Todes. Die gerechte Sache des
Schönen und Guten gegen die Verbrechen der Hässlichen und Bösen. Die Freude am Spiel
gegen die Lust am Untergang.
Eine Gesellschaft braucht Theater, Kunst und Kultur, um sich zu Wort melden zu können. Um
zu sagen, was sie denkt. Um zu sehen, was sich versteckt. »Ist’s Tollheit – hat es doch Methode «, hat der alte Hamlet schon zum Besten gegeben und daran hat sich nichts geändert.
Und in Zeiten der großen Finanz- und Vertrauenskrise sei hinzugefügt: Eintritt muss sich
wieder lohnen! Einmal Eintritt zahlen in der Kölner Theaternacht und in mindestens fünf
verschiedene Theater gucken zu können, ist eine tolle Sache, nicht nur für junge Leute. In
diesem Sinne: Viel Spass Euch allen, nehmt Euren Hintern vom Sofa und genießt das Theater
in Köln, live, schwitzend und in Farbe. Und wenn es regnet, leih ich Euch meinen Schirm.
Euer Wilfried Schmickler



